November 22 2018

Die zwei Welten des SC 13 Bad Neuenahr – Es ist an der Zeit für den ersten Dreier auf fremden Gelände

Wer lesen kann ist klar im Vorteil – nicht nur für die Regionalligafußballerinnen den SC 13 Bad Neuenahr gilt diese Alltagsweisheit. Und des Lesens sind die Schützlinge von Jacqui Dünker natürlich mächtig. Beim Blick auf die Heimtabelle flammt da natürlich ein Frohlocken auf, denn dort rangiert man momentan auf dem Platz an der Sonne. Beim Auswärtstableau dagegen muss man das Blatt eher schon umdrehen, denn der vorletzte Rang steht hier zu Buche. Genau hier setzten alle im Mannschaftsverbund der Kurstädterinnen nun an. Ausgerechnet bei zuletzt wieder erstarkten SC Siegelbach soll am Sonntag um 13 Uhr das erste Erfolgserlebnis auf fremden Geläuf her.

Wie nun die Diskrepanz beider Statistiken zu erklären ist, weiß auch Dünker nicht so genau. „Vieleicht liegt es an den etwas mühsamen Umständen wie das Team reist. Auch am Sonntag fahren wir die 200 Kilometer mit drei vollgepackten 9- Sitzern nach Kaiserslautern. Vielleicht  liegt es aber auch an unserem Stadion, welches ja so manchem Gegner erst ein „Wow“, nach dem Spiel aber ein eher enttäuschtes Gesicht entlockt.“ Das soll nun bei weitem kein Vorwurf an den Verein sein, denn für die abgespeckten Fahrten gibt es ja klare Gründe, warum  dies so ist und die heißen- fehlende Euro.

Dünker setzt nun vor allem auf die Erkenntnisse ihrer Schutzbefohlenen, die sich selber am meisten hinterfragen. „Die Mädels wollen natürlich das Ligajahr nicht mit einem Misserfolg beenden. Sie selber haben sich geschworen die Sieglosigkeit auswärts zu beenden.“ Dabei treffen sie mit Cailin Hoffmann nicht nur auf eine alte Bekannte, die nun in der pfälzischen Fußballmetropole ihre berufliche Zukunft steuert, sondern mit Maja Metzger auf eine der erfahrensten Akteurinnen der Regionalliga überhaupt. Also Vorsicht und Wille ist geboten. „Wir nehmen auch gerne ein Siegtor in der 97. Minute mit,“ meint Dünker, die damit auf das späte Siegtor gegen den SV Holzbach anspricht. Hinter der Torschützin Feride Bakir steht vor dem kommenden Sonntag das einzige Fragezeichen, denn ein Magen- Darminfekt hatte die schlitzohrige Stürmerin zu Beginn der Woche außer Gefecht gesetzt. Auf die Frage der bisherigen Zufriedenheit mit der Saison angesprochen konzentriert sich Jacqui Dünker eher auf die Entwicklung, als auf die Resultate ihrer Truppe: „Die Mannschaft ist eben noch sehr jung. Drei der Niederlagen waren  verdient, weil  der Gegner da einfach besser, weil auch erfahrener war. Wir haben vier Langzeitverletzte und konnten diese Ausfälle immer wieder super kompensieren. Als Mannschaft funktionieren wir sehr gut, was noch viel Spielraum lässt. Unter dem Strich sind wir auf dem richtigen Weg. Die Entwicklung einer Mannschaft dauert eben etwas, die passenden Ergebnisse werden schon noch folgen.“

Das Kalenderjahr ist mit dem Spiel in Siegelbach allerdings noch nicht beendet, denn eine Wochen später kommt es noch zum Pokalviertelfinale bei der SG Fidei II. In diesem Wettbewerb ist die Auswärtsbilanz denn auch noch makellos. Logisch, denn ein Heimspiel gab es seit der Gründung des SC 13 im Rheinlandpokal noch nie. Wenn dann unter dem Weihnachtsbaum ein entsprechendes Halbfinale daheim liegen würde, dann hätte in der Kurstadt niemand etwas dagegen.