November 22 2018

Eine Hinrunde der Superlative – Wilde 13 erfindet sich neu

Es war schon ein Schlag ins Kontor, als die U 17 des SC 13 Bad Neuenahr aus der Juniorinnen Bundesliga abstieg. Doch während viele Vereine in dieser Situation in Panik verfallen, machte man sich an der Ahr in Ruhe Gedanken und fand mit dem Trainerinnenduo Denise Blumenroth und Tamara Schmidtmeier eine vereinsinterne Lösung, die in der Folge für Begeisterung allenthalben sorgte. Vor dem Auswärtsspiel beim Tabellenneunten SV Bardenbach (Samstag, 16.30Uhr) zieht Denise Blumenroth ein Fazit über das bislang Geschehene. Wer die umtriebige Trainerin kennt, der ahnt schon, dass sie nicht mit allem einverstanden war, gleichzeitig aber ihr Team so sieht, wie es die Realität wohl hergibt.

SC 13: Denise, zehn Siege in zehn Spielen, ein Torverhältnis von 81:3 und weit und breit kein Team, welches sich aufdrängt Euch noch einzufangen. Da kann man als Verantwortliche schon zufrieden sein, oder?

D.B.: „Am Anfang der Saison schon. Nur in den letzten Spielen haben wir speziell in den ersten Halbzeiten zwar gut, aber ein wenig eingedämmt gespielt. Da fehlte dann die letzte Galligkeit, um bereits zur Pause so klar zu führen, dass man dann hätte locker einige Angriffsvarianten hätte einstudieren können. Aber bei 81 geschossenen Toren kann man im Grunde nicht meckern und von den drei Gegentreffern haben wir uns ja selber einen reingelegt (lacht).“

SC 13: Bis auf wenige Ausnahmen seid ihr ja von schweren Verletzungen verschont geblieben. Trotzdem gibt es ja noch ein Pfund für die Zukunft, nämlich unsere jüngeren Teams. Zieht man dann noch hinzu, dass die aktuelle Mannschaft zu 90% aus Spielerinnen des jüngeren Jahrgangs besteht, sind wir ja bestens aufgestellt. Wie siehst Du das?

D.B.: Na ja, beim letzten Spiel gegen Ganerb hatten wir gleich neuen Ausfälle. Hier sind dann einige Mädels aus der U15 eingesprungen und haben den Arrivierten richtig Feuer gemacht. Das ist natürlich ein Resultat der tollen Arbeit von Saskia und Andre Oebel Noack, die seit Jahren als tolle Nachwuchsschmiede einen Namen haben. Alles in allem verfügen wir über genügend Talente für die nächsten drei bis vier Jahre und sind nicht auf diesen EINEN  Jahrgang angewiesen, wie z.B. der SV Rengsdorf. Das Interesse von Vereinen wie Bayer 04 Leverkusen an unseren U13 Talenten beweist, dass der Name SC 13 Bad Neuenahr immer noch für eine Riesenqualität steht.“

SC 13: Wenn wir schon bei solch klangvollen Vereinsnamen wie Leverkusen sind. Mal angenommen der Abstieg wäre nicht passiert, wo würde Deiner Meinung nach die aktuelle U 17 in der Juniorinnen Bundesliga stehen?

D.B.: „Unter den Top Fünf. Ich weiß, das klingt frech, aber erstens ist diese Mannschaft zu noch viel mehr in der Lage, wenn sie entsprechend gefordert wird, was in der Regionalliga aber kaum passiert, und zweitens habe nicht nur ich den Eindruck, dass die Bundesliga nicht mehr die Qualität hat, wie noch in den letzten Jahren. Am Samstag spielt als Beispiel Rengsdorf gegen den 1. FC Köln. Ich weiß nicht wer da gewinnt. Das sagt schon einiges aus. Wie weit unsere Mädels fußballerisch sind werden wir beim Gütersloher Hallenmasters sehen. Mit Potsdam, dem 1. FFC Frankfurt und Vorjahressieger Leverkusen haben wir da Gegner, die alles von uns abverlangen werden und das ist auch gut so, weil es eine Menge zu lernen gibt.“

SC 13: Fluktuation ist ja auch immer ein Thema beim SC 13. Wir bilden aus und andere Vereine freuen sich anschließend darüber. Wie sind da Deine Erwartungen und gibt es zu diesem Thema etwas zu vermelden?

D.B.: „Mit Vanessa Hartmann wird uns eine Spielerin verlassen und zu Fortuna Köln zurückkehren. Vanessa hatte das Pech mit Chiara „Biene“ Bücher eine unserer Topstürmerinnen vor der Nase zu haben. Aber das Ganze geht im Einvernehmen über die Bühne und Vanessa spielt dort immerhin Mittelrheinliga, aber sie spielt und das wollen wir keiner verwehren. Um es klar zu sagen, bei uns stimmt es vor allem auch im Umfeld der Mannschaft, mit einer tollen Elternschaft. Es wird für andere Vereine schwer im Sommer Spielerinnen von uns loszueisen. Für einige wenige Vereine sogar unmöglich. Wenn, dann macht es nur Sinn, wenn sich die umwobene Spielerin weiter entwickelt. Alle arbeiten unglaublich hart am Wiederaufstieg. Wer will dann im Erfolgsfall woanders spielen?“

Denise, Danke für Deine Zeit und viel Erfolg bei den weiteren Spielen.