April 20 2019

Aus der Traum – SC 13 verpasst trotz großem Kampf das Finale im Rheinlandpokal

Trotz einer latenten Chancenüberlegenheit hat die SG 99 Andernach das lange herbeigesehnte Halbfinale im Rheinlandpokal der Frauen mit 2:1 (1:0) beim SC 13 Bad Neuenahr gewonnen und ist damit verdient ins Endspiel eingezogen. Schon an dieser Stelle dafür Herzlichen Glückwunsch. Trotzdem gab es bei den siegreichen Gästen ein kollektives Durchatmen, denn die junge Truppe aus der Kurstadt hatte 90 Minuten alles an Einsatzwille und Leidenschaft in dieses Spiel reingeworfen und zögerte die Entscheidung bis zum Schlusspfiff des Schiedsrichters hinaus. Lisa Umbach (2.) und Magdalena Schumacher (51.) hatten den Favoriten vom Rhein mit 2:0 in Führung gebracht, ehe Marie Schäfer in der 85. Minute noch einmal Hoffnung aufkeimen ließ. Somit ist der SC 13 Bad Neuenahr zum vierten Mal in Folge im Halbfinale dieses Wettbewerbs gescheitert.

Im Grunde genommen war es eine Umkehr des Meisterschaftsspiels vor neun Wochen. Das Führungstor fiel bereits nach 100 Sekunden, der Gegentreffer in der späten Schlussphase. Alles andere glich sich wie ein Spiegelbild. Einzig zwei Faktoren waren anders. Das 2:0 und das der SC 13 seinerseits auch mehr als eine Torchance hatte. Nach dem Stevenschen Motto „die Null muss stehen“wurde bereits nach 100 Sekunden für den SC 13 ad adsurdum geführt. Lisa Umbach verwandelte aus 10 Metern eiskalt, nachdem die Kugel zuvor mehrfach hätte geklärt werden können. Auch die folgenden Minuten standen ganz im Zeichen der Gäste, die bereits nach 10 Minuten 3:0 hätten führen können. Doch im Fußball gibt es die Weisheit „wer vorne nicht trifft, der wird bestraft“ hätte in den fünf Minuten vor der Pause durchaus wahr werden können, doch weder Carilin Dillenburg noch Johanna Kuhn hatten das nötige Glück beim Abschluss.  Dennoch sollte man glauben die Elf das SC 13 hat den Wachmacher wahrgenommen. Fünf Minuten nach der Pause kam es wohl zur Schlüsselszene der Partie. Zunächst pfiff Schiedsrichter Markus Wozlawek Paula Gau zurück, die klar nicht im Abseits stehend auf die Reise geschickt wurde und eigentlich freie Bahn auf das Tor der Gäste gehabt hätte. Im Gegenzug war es Magdalena Schumacher die eine Hereingabe durch Freund und Feind nur noch über Linie drücken musste. Doch die Kurstädterinnen steckten in keiner Phase der Partie auf. Sie belohnten sich mit dem Anschlusstreffer durch Marie Schäfer, die mit einer energischen Einzelleistung erfolgreich war. Leider waren dort nur noch fünf Minuten zu spielen, so dass Andernach den Sieg verwalten konnte. Jacqui Dünker war zwar nach dem Spiel enttäuscht, äußerte sich aber wie folgt: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die dem Topfavoriten in dieser Saison wiederholt das Leben sehr schwer gemacht hat. Aber ich verstehe nicht, warum ab dem Halbfinale keine Schiedsrichtergespanne angesetzt werden. Das zeigt irgendwo den Stellenwert des Frauenfußballs.“

Nun kann sich der SC 13 Bad Neuenahr komplett auf die Finals im Nachwuchsbereich konzentrieren, da alle drei teilnehmenden Teams sich dafür qualifiziert haben. Diese werden am Wochenende des 18./19. Mai ausgetragen. Wo ist noch die Frage.

SC 13; Marie Wenzl; Amelie Schulte, Johanna Kuhn, Stefanie Lotzien, Sarah Goffin (55. Liane Folkenstern), Lena Heinrichs (90. Angelina Weber), Paula Gau (75. Anna Lena Stein), Magdalena Lang, Marie Schäfer, Celina Mäder, Carolin Dillenburg

Tore:  0:1 Lisa Umbach (2.), 0:2 Magdalena Schumacher (51.), 1:2 Marie Schäfer (85.)

SR: Markus Wozlawek

ZS: 115