Oktober 10 2019

Südwestderby als Spitzenspiel – Wilde 13 empfängt den Tabellenführer Saarbrücken

Am Samstag um 14 Uhr erlebt das Apollinarisstadion zwar keine völlig neue Paarung, aber das Spiel zwischen den Bundesliganachwuchsteams des SC 13 Bad Neuenahr und des 1. FC Saarbrücken ist erstmals ein Duell um die Tabellenführung. Was noch vor zwei Wochen als schöne Momentaufnahme galt, ist nun faktisch ein Ringen um den Platz an der Sonne, denn sollte es einen Sieger geben, dann ist dieser auch ganz oben im Tableau, vorausgesetzt Bayer 04 Leverkusen gewinnt in Speyer nicht mit einem Kantersieg. Dabei bekam die wilde 13 noch weiteren Rückenwind, was nicht nur an der Einladung des DFB für Kapitänin Chiara „Biene“ Bücher zu einem Lehrgang der U 17 Nationalmannschaft lag. Neue Präsentationspullover der Firma Swiss Life fanden unterdessen auch den Weg zur Mannschaft, wobei es sich Bezirksvertreter Jörg Schwammkrug nicht nehmen ließ, diese persönlich zu übergeben.

Die gute Nachricht kam für Trainerin Denise Blumenroth bereits am Anfang der Woche, als sie feststellte, dass keine einzige Spielerin ihres Kaders angeschlagen vom U 18 Länderpokal zurückkehrte. „Das hätten wir auch nicht gebrauchen können, bei den Langzeitausfällen, die wir eh schon haben“, meinte Blumenroth. Als dann auch noch die frohe Kunde von der Einladung ihrer Spielführerin kam, stieg die Laune der Übungsleiterin in Richtung Stolz. „Klar macht einen das sehr stolz, aber Biene ist auch nur eine von elf Spielerinnen. Wir werden auch diese Situation richtig einordnen, wobei es natürlich jedem Team gut tut solch eine Klassespielerin in den Reihen zu haben“, bremst Blumenroth vor allzu hohen Erwartungen. Richtig so, denn die Aufgabe am Samstag wird eine sehr schwere. Klassenprimus Saarbrücken verfügt nämlich ebenfalls über einige Protagonistinnen, die jederzeit ein Spiel alleine entscheiden können. Da wäre zum Beispiel Dalina Heckmann, die mit sieben Toren die Liste der Goalgetterinnen der Liga anführt, ein Tor vor Bücher im Übrigen. Auch Leonie Stöhr, die regelmäßig ihre U Länderspiele absolviert, dürfte dem Team von Trainer Markus Klimt wichtige Impulse geben. Insofern treten auch zwei der drei besten Offensiven aufeinander. Kleinigkeiten werden also den Ausschlag geben, wobei die wilde 13 eventuell über mehr Variabilität verfügt. Selbst wenn nun am Samstag die Gäste als Sieger den Platz verlassen, ist das für den SC 13 kein Beinbruch. Wie sagte Pressesprecher Peter Eckhardt noch nach dem Kantersieg gegen Arminia Ibbenbüren: „Wenn mir einer vor der Saison gesagt hätte, dass wir nach vier Spielen 10 Punkte haben, hätte ich gefragt wo ich unterschreiben kann.“ Und genau das sollte die nötige Lockerheit geben. Denn danach warten mit Essen, Gütersloh und Leverkusen Gegner aus die wilde 13, die jedes Jahr als Titelfavoriten gelten. Dann schon mal die nötigen Punkte eingefahren zu haben, ist dafür dann eher ein Vorteil. Als Aufsteiger nämlich derart gut da zu stehen, ist in der Historie der Juniorinnen Bundesliga äußerst selten. Eckhardt ist dabei auch ganz Fan der Mannschaft: „Sollten wir am Samstag dreifach punkten, dann tut dieses dem ganzen Verein richtig gut. Es wären Schlagzeilen, die beim SC 13 eigentlich in der Vergangenheit nicht so an der Tagesordnung waren. Das wiederum erleichtert die Arbeit zur Gewinnung von neuen Unterstützern ungemein.“ Zuvor allerdings gibt es 80 Minuten Schwerstarbeit zu leisten. Drei Heimspiele, drei Siege, da kann man dann schon von der Festung Apollinarisstadion sprechen.