November 28 2015

Des Trainers Gespür für Sportlichkeit

Es war 15.39 Uhr, als der Schlusspfiff von Schiedsrichterin Kathrin Heimann, in der Partie der Juniorinnen Bundesliga zwischen der SGS Essen und dem SC 13 Bad Neuenahr, die unterschiedlichsten Gefühlslagen offenlegte. Sekunden zuvor hatte SGS Torjägerin Nicole Anyomi einen Foulelfmeter verwandelt und damit den 2:1 (0:0) Sieg ihres Teams gesichert. Doch der an ihr selbst verwirkte Foulelfmeter war eventuell auch eine Konzessionsentscheidung Heimanns, die im ersten Durchgang den Gastgeberinnen einen klaren Strafstoß verweigert hatte. Kein Wunder also, dass die wilde 13 fast geschlossen unter Tränen den Platz an der Essener Ardelhütte verließ. Isa Rosin hatte in der 66. Minute die SGS in Führung gebracht. Den Ausgleich für den SC 13 markierte Yasmin Rölle nur fünf Minuten später. Vor der tollen Kulisse von 250 Zuschauern lieferten die Kurstädterinnen dem Favoriten aus dem Ruhrgebiet eine Partie, die von einer grandiosen Mannschaftsleistung der wilden 13 bestimmt war.

Aleksandar Vukicevic lieferte nach dem Spiel ein tolles Beispiel von sportlicher Größe, als er die entscheidende und auch letzte Szene des Machtes wie folgt kommentierte: „Klar war das kein Elfer, aber die Entstehung dazu, darf in der Nachspielzeit so nicht passieren.“ Dazu dann später. Mit einigen krankheitsbedingten Ausfällen, die kurzfristig hereinschneiten, musste das SC 13 Trainerteam mit gerade einmal drei Ergänzungsspielerinnen auf der Bank beginnen. Dazu besiegte Vanessa Zilligen zeitgleich mit der deutschen U 15 Nationalmannschaft die Belgierinnen auf deren Gelände mit 1:0 – durch einen Foulelfmeter in der Nachspielzeit. Trotzdem hielt die wilde 13 dem schnellen Spiel der SGS stand. Zwar musste Vukicevic bereits nach 20 Minuten mit einem Wechsel reagieren, wobei er aber auch Anna Lena Stein schützte. Die kleine Außenverteidigerin gab alles, war aber gegen die trickreiche Laura Radke meist auf verlorenem Posten. Emily Feifarek hatte dann die Torjägerin besser im Griff. Mit etwas Glück und viel Herzblut rettete die wilde 13 das torlose Remis in die Pause. Im zweiten Durchgang bekamen die Kurstädterinnen, gestützt auf eine bärenstarke Lisa Venrath im Tor, immer mehr Zugriff auf das Spiel. Für die SGS gab es einen Schockmoment, als Nicole Crisci sich nach einem Zweikampf das Knie verdreht und ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Gute Besserung von dieser Stelle. Nach einem Eckball fiel dann in der 66. Minute die dann doch überraschende Führung der Gastgeberinnen, als Isa Rosin höher sprang als alle anderen und Venrath überwinden konnte. Nach einem schön vorgetragenen Angriff der wilden 13 bugsierte Yasmin Rölle einen Schrägschussversuch der sehr guten Celina Mäder über die Linie und konnte schnell den verdienten Ausgleich erzielen. Essen fiel nicht mehr viel ein, bis die Nachspielzeit anbrach. Anyomi wurde noch einmal steil in den Strafraum geschickt. Die herausstürzende Venrath nahm der SGS Stürmerin mit einer Hand den Ball vom Fuss. Anyomi trat dabei auf den Arm von Venrath und stürzte dabei. Es ertönte besagter Pfiff, der auf beiden Seiten als unberechtigt angesehen wurde. Nach einer mehrminütigen Behandlungspause von Venrath, verwandelte die Gefoulte eiskalt zum 2:1 Endstand. Aleks Vukicevic hatte viel Mühe sein Team wieder aufzubauen, fand aber die richtigen Worte: „Die Mädels haben sich hier zu 100% gesteigert und einen Riesenkampf geliefert. Bitter, ein Spiel so zu verlieren, aber es nutzt ja nichts. Ändern können wir es nicht mehr und müssen nun weiter nach vorne schauen.“ Das wird schon am kommenden Wochenende der fall sein, wenn die wilde 13 beim TuS Issel die Mission Rheinlandpokalfinale „zo Huss“ angehen will.

SC 13: Lisa Venrath; Linette Lüschow, Anna Lena Stein (20. Emily Feifarek), Leonie Riedewald, Johanna Niggemann, Luisa Grosch (72. Amelie Schulte), Jana Haubrich, Magdalena Lang, Marie Schäfer, Celina Mäder

 

Tore: 1:0 Isa Rosin (66.), 1:1 Yasmin Rölle (71.) 2:1 Nicole Etonam Anyomi (80.+ 4. FE)

 

ZS: 250

 

SR: Kathrin Heimann mit ihren Assistentinnen Rebecca Delbeck und Jessica Gröger