Oktober 24 2014

Der Topfavorit kommt an die Ahr – Sonntag gegen TSV Schott Mainz

Man könnte sich an alte Zeiten erinnern, wenn am Sonntag um 14.00 Uhr die Regionalligapartie SC 13 Bad Neuenahr – TSV Schott Mainz von Schiedsrichter Marc Latsch angepfiffen wird.  Erinnerungen an Gastspiele des 1. FFC Frankfurt oder von Turbine Potsdam in der Frauenfußballbundesliga. Denn in etwa so ist auch die Rollenverteilung einzuordnen, mit der dieses Spiel beginnt. Seit Beginn der vergangenen Saison spielt der TSV Schott Mainz in der Regionalliga Südwest und weist seitdem immer noch eine blütenweiße Weste auf. Nicht einen Punktverlust mussten die Kickerinnen aus der Landeshauptstadt von Rheinland Pfalz bislang hinnehmen, wohlgemerkt seit Beginn der Spielzeit 2013/14. Alleine ein Fehler bei der Einsendung der Lizensierungsunterlagen für die 2. Bundesliga Süd verhinderte den Aufstieg, wovon im Sommer der 1. FFC Montabaur profitierte. Insofern steht die junge Kurstadtelf also vor einer Herkulesaufgabe, die auf der anderen Seite allerdings auch als leichtestes Spiel einzuordnen ist, da aber auch wirklich niemand Wunderdinge von der Remark Elf erwartet.

Folglich könnte man theoretisch die Punkte auch postalisch nach Mainz schicken, doch die jüngsten Auftritte des SC 13 sprechen eine andere Sprache. Die erste Halbzeit beim Derby in Andernach war mit das Beste, was man in den letzten beiden Spielzeiten gesehen hat. Auch Trainer Thomas Remark war sehr angetan vom Spiel seiner Schützlinge und hatte ein „fast perfektes Spiel“ seiner Mannschaft gesehen. Der erfahrenen Coach ist eh kein Freund der vorzeitigen Kapitulation, was er lapidar ausdrückt: „Das Spiel beginnt mit einem Spielstand von 0:0 und selbstverständlich werden wir es Mainz so schwer wie möglich machen“, meint Remark. Dabei sollten seine Schützlinge von Beginn an hellwach sein, denn bei  11:0 der Mainzerinnen in der Vorwoche gegen Fortuna Göcklingen fiel das erste Tor bereits nach 30 Sekunden!! Erzielt hat dieses Tor übrigens Top Torjägerin Annika Leber die mit acht Toren die treffsicherste Akteurin auf Seiten des TSV Schott ist. Mit Meike Weber, Chiara Loos und Loreana Liebetanz verfügt Trainer Mischa Lautenschläger über weitere Kräfte, um die er in der kompletten Liga beneidet wird. Der große Kader der ihm zur Verfügung steht und qualitativ extrem stark ist, bedeutet sowieso schon ein Pfund, mit dem Lautenschläger auch eventuelle Verletzungssorgenfalten gleich glatt bügeln kann. Der größte Breitensportverein in Rheinland Pfalz strebt natürlich die erneute Meisterschaft an, was sich in bislang erreichten 29:2 Toren und einer makellosen Punktausbeute ausdrückt. Auch das 7:1 in der ersten Runde im DFB Pokal über den Erstligaabsteiger VfL Sindelfingen drückte aus, welche Power in Mainz auf die Welt des Frauenfußballs wartet. Nicht wenige würden den TSV Schott auch in der 2. Bundesliga in der Spitzengruppe sehen. All diese Fakten untermauern die Favoritenthese, doch der in jedem Spiel wachsenden Kurstadttruppe werden mit Sicherheit nicht die Beine einfrieren. Es wird darauf ankommen wie der SC 13 ins Spiel kommt, denn in der Liga warten die Schottlerinnen noch auf eine ernsthafte Bewährungsprobe. Spielt der SC 13 genauso herzerfrischend wie bereits gezeigt, dann könnte auch mal eine Überraschung drin sein. Doch voraussetzen sollte das niemand. Wenigstens kann das Trainerteam Remark/Rothe personell eigentlich aus dem Vollen schöpfen.