Dezember 01 2014

Verfrühter Showdown am Rhein

Im laufenden Wettbewerb des Frauen Rheinlandpokals stehen mit der SG 99 Andernach, dem TuS Issel, dem FC Bitburg und dem SC 13 Bad Neuenahr vier Regionalligisten im Achtelfinale und gelten gleichzeitig als Top Favoriten der Verbandsveranstaltung. Bereits jetzt treffen mit der SG 99 Andernach und dem SC 13 Bad Neuenahr zwei der vier Teams aufeinander. Dabei geht der Kurstadtclub am Mittwoch um 19.30 Uhr auf dem Andernacher Kunstrasen erstmals nach lengen Jahren nicht als Favorit in ein Aufeinandertreffen mit einem Club des Fußballverbands Rheinland.

Es ist bei weitem keine Tiefstapelei, wenn diese These einfach so aufgestellt wird. Zwar konnte der SC 13 Mitte Oktober an gleicher Stelle ein 1:1 Remis in der Meisterschaft erringen, musste allerdings seit diesem Tag einige Rückschläge erleiden. Nicht nur Resultate, wie das 1:2 in Saarwellingen oder die recht glücklichen Siege gegen Dirmingen und Göcklingen, lassen vermuten, dass die Winterpause nur allzu sehr herbei gesehnt wird. Auch der Ausfall von Kapitänin Clara Günter wiegt sehr schwer. „Unsere Mädels gehen in den letzten Wochen auf dem Zahnfleisch“, bedauert Co Trainer Markus Rothe, der auch in der anstehenden Partie seinen „Chef“ Thomas Remark an der Seitenlinie vertritt. Selbst der Cheftrainer muss also wegen eines Leistenbruchs immer noch pausieren, was wiederum Rothe in erheblichen Terminstress bringt. Die gestrige Pokalpartie bei der SG Emmelshausen wäre eigentlich eine gute Gelegenheit gewesen, einige Spielerinnen zu schonen, was aber aufgrund der personellen Situation nur bedingt möglich war. Und man kann reden wie man will, wenn man die Startaufstellungen beim Aufeinandertreffen in der Meisterschaft sieht, so liefen 21 von 22 Spielerinnen auf, die allesamt in den letzten drei Jahren die Schuhe noch in der Kurstadt schnürten. Brisanz genug möchte man meinen und ein Unentschieden wird es definitiv nicht geben können. Schließlich ist es ein Pokalspiel und genau das macht Rothe Sorgen. „Selbst wenn wir es schaffen die Verlängerung zu erreichen, der Kräftehaushalt unserer Mannschaft wird dann auf Reserve laufen.“ Sorgen die SG Trainer „Kappy“ Stümper nicht haben wird. Seine Mannschaft hatte am Wochenende spielfrei und wird frisch in das Derby gehen. Auch der Faktor Erfahrung spricht mehr denn je für die „Bäckermädchen“ aus Andernach. Die meisten Aktiven haben bereits jede Menge Erst- und Zweitligaerfahrung, was beim Kurstadtclub Wunschdenken ist. So wird also die blutjunge Truppe des SC 13 an und über die Grenzen gehen müssen, um eine kleine Chance haben zu wollen. Aber wie auch vor dem Spiel in Emmelshausen, wäre es fatal den Sieger bereits vorher auszurufen. Bekanntlich hat der Pokal ja seine eigenen Gesetze. Auch wenn die Chancen für den SC 13 eher gering sind, will das Rothe Team genau diese wenigen Chancen nutzen. Schade eigentlich, das dieses Partie bereits im Achtelfinale ausgelost wurde. Ein Halbfinale hätte es auch getan, aber das „Losglück“ wollte es eben so.