Februar 25 2015

Von 0 auf 100 ohne 10 – SC 13 vor dem Start 2015 in der Regionalliga

Wenn am Sonntag um 14.00 Uhr das Spiel der „Altmeister“ SC 13 Bad Neuenahr und TuS Wörrstadt angepfiffen wird, liegt hinter dem Trainerteam Thomas Remark und Markus Rothe eine sehr komplizierte Vorbereitung. Denn keines der angedachten Testspiele konnte stattfinden, was zum einen am zwischenzeitlich winterlichen Wetter lag und zum anderen an der daraus resultierenden Krankheitswelle, die ganz Deutschland im Griff hatte. So wird das Trainerduo auch am Sonntag auf etliche Spielerinnen verzichten müssen, sind aber überzeugt von ihren verbliebenen Schützlingen, die vor einer schweren Aufgabe stehen. Zwar gelang zu Saisonbeginn ein 2:1 Sieg in Rheinhessen, seitdem haben sich allerdings die Vorzeichen sehr geändert. Man darf also gespannt sein, was die Kurstadttruppe am Sonntag so auf die Beine stellt.

Zwei Fakten ergaben sich in der vergangenen Woche dennoch an der Ahr. Erstens die Gewissheit weiterhin im Rheinlandpokal vertreten zu sein, was ein 4:0 Sieg beim Tabellenführer der Rheinlandliga, dem SSV Boppard sicherstellte, zweitens die Klarheit das Thomas Remark seine Zelte in der nächsten Saison wieder im Herrenbereich aufschlägt, nämlich beim benachbarten Grafschafter SV. Frühe Planungsgestaltung, die den Verantwortlichen beim SC 13 also gewährt wird, so wie es sein soll. Dennoch wird Remark all seine Konzentration bis zum Saisonende auf seine jetzige Aufgabe werfen, die idealerweise mit dem Rheinlandpokalfinale ihren Abschluss finden soll. Was die Meisterschaft betrifft will das Trainerduo den behutsamen Aufbau weiter fortführen. Ein Auftakterfolg gegen den TuS Wörrstadt wäre dabei natürlich sehr hilfreich, aber niemand hat etwas von einfach gesagt. Denn auch beim deutschen Meister von 1974 hat sich einiges getan und zwar in die positive Richtung. Schon der klare 5:2 Erfolg im Nachholspiel bei Fortuna Göcklingen am vergangenen Sonntag, zeigt wie gefährlich die Rheinhessinen für den SC 13 werden können. Die Tatsache von 10, aus verschiedensten Gründen fehlenden Spielerinnen auf Seiten des Kurstadtclubs erleichtert die Aufgabe keineswegs. Fatbardha Sekiraca zum Beispiel wurden unter der Woche die Drähte entfernt, die aus einer Fraktur der rechten Hand resultierten. Léa Daiz, Michelle Potthast und Sophie Doll sind gesundheitlich angeschlagen, Kapitänin Clara Günter ist nach ihrer langwierigen Knieverletzung noch Rekonvaleszent, während für Caroline Asteroth nach einem Knorpelschaden im Knie, ebenso wie für Isabelle Hüls die Saison bereits gelaufen ist und für Ines Günther kommt der Einsatz am Wochenende wahrscheinlich auch noch zu früh. Nimmt man noch den Schlüsselbeinbruch von Tabea Müller hinzu, dann kann man sich vorstellen, wie sich das Team aufstellt. Da auch die U 17 wegen des zeitgleich stattfindenden Meisterschaftsspiels in Duisburg auch nicht aushelfen kann, sind die Alternativen sehr begrenzt. Doch genau hier sieht Markus Rothe auch eine Chance: „Jetzt müssen eben die anderen Spielerinnen zeigen was sie können und das ist nicht wenig“, so der Coach. „Das einzige was mir ein wenig Sorgen macht ist die mangelnde Spielpraxis der Mädels, da hat uns Wörrstadt etwas voraus.“ Keinesfalls wird der SC 13 aber die Punkte einfach herschenken. „Wir laufen zwar personell auf der letzten Rille, aber es wäre unfair den anderen Vereinen gegenüber, wenn wir nicht alles geben würden um die Punkte im Apollinarisstadion zu behalten.“ Spielerisch gehört seine Truppe eh zu den Besten in der Regionalliga, jetzt gilt es auch die Effektivität zu steigern. Der verbliebene Rest des Teams hat allerdings sehr hart in der Vorbereitung gearbeitet, was Rothe sehr zufrieden macht und gleichzeitig noch eine Überraschung aus dem Ärmel zaubern lässt:„Mit großer Wahrscheinlichkeit werden die Zuschauer aber am Sonntag eine bekannte Spielerin zu sehen bekommen, die den SC 13, als sie von den Personalproblemen hörte, ohne zu zögern helfen wird. Den Namen möchte ich nicht nennen, bevor sie auf der Spielberechtigungsliste steht“ so Markus Rothe. Es dürfte also spannend werden, wie sich der SC 13 im ersten Meisterschaftsspiel des Kalenderjahres 2015 präsentiert.