April 21 2016

Ein Verein steht zusammen- Wilde 13 reist nach Iserlohn

Die Fakten sind klar, die Vorzeichen eher ungünstig, die Unterstützung phänomenal. So in etwa kann man die Stimmungslage beim SC 13 Bad Neuenahr vor dem Auswärtsspiel der Bundesliga Juniorinnen beim FC Iserlohn beschreiben. Alles darf passieren, nur keine Niederlage, möchte man meinen, doch die wilde 13, die in akuter Abstiegsgefahr schwebt, hat noch einen Trumpf in der Hinterhand. Sie hat ein Spiel mehr als die Konkurrenz und das könnte noch wichtig werden.

Zu den Fakten: Vier Teams balgen sich darum zu Saisonende auf dem begehrten achten Platz der Tabelle zu stehen. Diesen belegt zur Zeit der FC Iserlohn. Saarbrücken und Mönchengladbach sind in direkter Reichweite, der SC 13 liegt zwei Punkte hinter den Sauerländerinnen. Also noch alles drin und vor allem alles in eigener Hand.

Zu den Vorzeichen: Diese sind seit dem letzten Samstag wieder ungünstiger geworden. Mit Kapitänin Jana Haubrich fiel eine weitere Schlüsselspielerin aus, da sie sich im Testspiel gegen den 1. FC Köln schwer verletzte. Hinter Luisa Grosch steht noch ein riesiges Fragezeichen, da Grosch noch an einer Mittelohrentzündung laboriert. Personell pfeift die wilde 13 also aus dem letzten Loch.

Zu der Unterstützung: Da muss man auf den letzten Sonntag blicken, als die eigene U 15 die U17 des 1. FFC Montabaur aus dem Rheinland Pokal warf. Was sich dann emotional abspielte, kann den Bundesliga Juniorinnen nur in die Karten spielen. Eine beispiellose Welle der Solidarität hat sich seit dem beim Traditionsclub breit gemacht. Der Reisebus, der die Mannschaft ins Iserlohner Hembergstadion kutschiert ist mittlerweile knüppelvoll und etliche Anhänger des SC 13 haben bereits ihr Kommen angekündigt. Jetzt hat das Hembergstadion ein Fassungsvermögen von 10 000 Zuschauern, diese werden es nicht werden. Aber die Solidarität beim SC 13 wird einzigartig werden. Sijamak Sauer, Sportlicher Leiter des Kurstadtclubs nahm das nicht ohne Regung auf: „Was sich hier gerade abspielt ist einerseits Nerven aufreibend, andererseits sehr motivierend. Wir werden dem FC Iserlohn einen Fight auf Biegen und Brechen liefern. Egal was am Ende rauskommt, die Mädels und auch der komplette Verein werden alles aus sich herausholen.“

Genau die richtige Einstellung, denn schon viele Philosophen haben sich der Floskel „wir haben keine Chance, also nutzen wir sie“ bedient.