Oktober 23 2016

SC 13 Bad Neuenahr erhält eine kostenlose Lehrstunde

Mit 0:5 (0:2) hat der SC 13 Bad Neuenahr das Topspiel und Derby gegen die SG 99 Andernach verloren und dabei eine Lehrstunde erhalten. Isabelle Stümper (2), Maren Weingarz (2) und Jana Sebastian sorgten mit ihren Toren für viel Jubel auf Seiten der Gäste und für viel Tristesse auf Seiten der Gastgeberinnen. 150 Zuschauer im Apollinarisstadion waren Zeugen einer, auch in der Höhe, verdienten Niederlage der Kurstädterinnen, bei denen einzig Lena Fehrenbach Normalform erreichte.

 

Es war alles angerichtet. Sponsorenbrunch am Vormittag, eine gute Kulisse und eine Aufzeichnung von Blick Aktuell TV. Bewegte Bilder von einem Spiel des SC 1 hatte es zuletzt vor drei Jahren gegeben. Mit dem Anpfiff übernahm die Elf von Trainer „Kappy“ Stümper das Kommando und erspielte sich einige Einschussmöglichkeiten. SC 13 Keeperin Jana Theisen hatte alle Hände voll zu tun uns zeigte vor allem bei einer gefährlichen Flanke von Eva Langenfeld ihre Klasse. Nach gut 20 Minuten konnte sich dann die Kurstadt Elf etwas mehr Spielanteile sichern und setzte in Person von Luisa Grosch den ersten Nadelstich. Aber Kathrin Günther war beim Schrägschuss der jungen Angreiferin auf dem Posten. Lena Fehrenbach kurbelte immer wieder das Spiel des SC 13 an, fand aber kaum Abnehmer für ihre Ideen. Ausgerechnet in der stärksten Phase der Rohleder Truppe fiel dann der Führungstreffer. Katharina Sternitzke war ein Mal der jungen Magdalena Lang entwischt und visierte die Kugel an der chancenlosen Theisen ins lange Eck, wo Isabelle Stümper entschlossen einschoss (38.). Sechs Minuten später glitt der sonst so zuverlässigen Jana Theisen ein harmloser Flankenball von Eva Langenfeld aus den Händen, leider direkt vor die Füße von Isabelle Stümper. 0:2 und der Schock zum ungünstigsten Zeitpunkt.

Mit Wiederanpfiff ergriff die SG 99 erneut das Heft des Handelns und versuchte nun die endgültige Entscheidung herbeizuführen. Es dauerte eine gute Viertelstunde ehe dies auch geschah. Ein Freistoss von Magdalena Schumacher aus dem Mittelfeld landete genau auf dem Kopf von Maren Weingarz, die an der herausstürzenden Theisen vorbei zum dritten Tor einnickte. Erst jetzt kam der SC 13 zu drei sehr guten Gelegenheiten, was vor allem bei einem Lattentreffer von Luisa Grosch auch ein wenig Pech bedeutete. In den Schlussminuten erhöhten dann Jana Sebastian und Maren Weingarz noch auf 5:0, was allerdings durchaus dem Spielverlauf entsprach. Besonders erwähnt werden sollte aber auch einmal der respektvolle Umgang beider Mannschaften miteinander. Davon können sich andere Vereine durchaus mal eine Scheibe abschneiden. Insgesamt war es ein äußerst faires Derby, ohne irgendwelche Animositäten. Genau so wie es sein soll. Dies liest sich auch in den Aussagen beider Trainer ab. Kappy Stümper meinte: „Gut, dass wir immer konzentriert geblieben sind. Ich hatte vor der Spielstärke des SC 13 gewarnt und zeitweise war diese auch zu sehen. Diese Mannschaft hat Zukunft.“ Sein Kollege Jörg Rohleder sah es wie folgt: „Ich hätte mich nicht geärgert, wenn dieses Resultat nach einem tollen Spiel von uns zu Stande gekommen wäre. Andernach hat eine richtig gute und erfahrene Mannschaft. Doch wir haben heute vieles falsch gemacht. Bereits im Spielaufbau haben wir es nicht so gemacht, wie sonst. Dadurch war die SG 99 heute eine Nummer zu groß für uns. Jetzt sollten wir aber auch nicht alles in Frage stellen. Das Kuriose ist ja, dass wir dennoch nur zwei Punkte hinter dem zweiten Platz liegen. Den sollten wir im Auge behalten.“

Um diesen Abstand zu Platz Zwei aber nicht noch größer werden zu lassen, muss die Kurstadt Elf am kommenden Sonntag ein ganz anderes Spiel zeigen. Dann gastiert der TuS Wörrstadt im Apollinarisstadion. Wörrstadt ist nach einem Unentschieden gegen den SC Siegelbach nun punktgleich mit dem SC 13 und wird eine weiterer schwerer Prüfstein werden. Sollten alle Spielerinnen dem heutigen Beispiel von Lena Fehrenbach folgen, dann sollte hier wieder etwas drin sein. Dem gesamten Verein täte ein Erfolgserlebnis gut.

 

SC 13: Jana Theisen; Elisabeth Müller (46. Feride Bakir), Tabea Müller, Johanna Kuhn, Stefanie Lotzien, Lena Fehrenbach, Cailin Hoffmann (85. Jana Haubrich), Luisa Deckenbrock (61. Fati Sekiraca), Luisa Grosch, Magdalena Lang, Maxi Krug

 

Tore: 0:1 und 0:2 Isabelle Stümper (38.+44.), 0:3 und 0:5 Maren Weingarz (59.+ 90.), 0:4 Jana Sebastian (88.)

 

SR: Christina Hehn

 

ZS: 150

Johanna Kuhn und Jana Sebastian im Duell. Foto: Norbert J. Becker
Johanna Kuhn und Jana Sebastian im Duell.
Foto: Norbert J. Becker