Februar 21 2017

Quo vadis, SC 13 Bad Neuenahr?

Zum Beginn der Rückrunde ist es wieder an der Zeit mit dem sportlichen Leiter des SC 13 Bad Neuenahr, Sijamak Sauer, eine Standortsbestimmung abzuhalten. Traditionell traf er sich mit SC 13 Pressesprecher Peter Eckhardt zu einem Gespräch, welches dann auch in alter Tradition etwas länger dauerte.

P.E.: Sijamak, alle Teams befinden sich im Endspurt der Wintervorbereitungen oder sind schon gestartet. Wie lautet dein sportliches Fazit für unsere fünf Mannschaften?

Die erste Mannschaft hat ein gutes Wochenende hingelegt welches auf eine gute Rückrunde hoffen lässt. Die zwei Armbrüche von Sophie und Chantal wiegen aber schwer. Die U17 hat einen Punkt gewonnen am Wochenende, sowohl tabellarisch wie auch vom Spielverlauf. Also kann man zuerst einmal zufrieden sein mit unseren beiden Top – Teams.

Bei der 2. Mannschaft ist es schwer eine Prognose abzugeben, zu oft haben die Gegner die Testspiele kurzfristig absagen müssen. Aber bei der Mannschaft mache ich mir auch generell weniger Sorgen, das bestätigt ja auch die Tabelle.

Die U15 hat eine sehr gute Hallensaison gespielt, das eine Mannschaft unseres Vereins nun an einer deutschen Meisterschaft (Deutsche C – Juniorinnen Futsal – Meisterschaft) teilnimmt ist doch Bestätigung und Auszeichnung zugleich.

Die U13 hat eine gute Hallensaison gespielt mit vielen tollen Siegen. Dass es bei der Hallenrheinlandmeisterschaft in diesem Jahr nicht gereicht hat, ist kein Problem!

P.E.: Vor allem die Bundesliga Juniorinnen haben nicht nur für Furore gesorgt, sondern gleichzeitig auch einen wichtigen Beitrag für den kommenden Saisonetat geleistet. Inwiefern erleichtert das nun die weitere Planung? Einige Fragen, vor allem im Trainerbereich sind ja noch offen.

Also darauf muss ich etwas ausführlicher antworten. Letzte Saison zeichnete sich der Klassenerhalt der U17 erst Ende April ab, das hat es sehr schwer gemacht mit der Planung. Denn die Zuschüsse vom DFB sind schon wichtig für uns um uns das hier alles leisten zu können und da rede ich nicht nur für Ausgaben für die U17. Und wenn man im Mai erst Dinge fixen kann, dann ist es oft schwer und vieles ist dann auch nicht mehr möglich.

Mit nun 18 Punkten ist man zwar theoretisch noch nicht durch, aber da sollte nichts mehr anbrennen. Demzufolge haben wir schon viele Personalien fix gemacht. Von daher würde ich auch sagen, es ist nicht mehr vieles offen sondern nur noch weniges, wir haben nur noch nicht alles kommunizieren können.

P.E.: So wie es jetzt aussieht hat Rheinland Pfalz in der kommenden Saison gleich drei Zweitligateams. Am Andernacher Aufstieg zweifelt ja niemand mehr. Wie kann der SC 13 es schaffen auch hier die berühmte Kurve zu kriegen?

Zuerst einmal darf man den aktuellen beiden Zweitligisten gratulieren, wenn die die Liga halten und den Kollegen in Andernach kann man in paar Wochen dann gratulieren für eine gute Saison. Wir hatten im Frauenbereich einen größeren Umbruch zu bewältigen seit der Vereinsneugründung, man kann sich als Außenstehender manchmal nur schwer vorstellen wie langwierig es ist Prozesse und Strukturen aufzubauen und „alte Zöpfe“ abzuschneiden. Ich denke mit den Weichenstellungen in den letzten Wochen haben wir an den richtigen Stellschrauben gedreht und werden auch hier noch zulegen können. Aber ich muss dem auch etwas entgegentreten bei der Wortwahl „die Kurve kriegen“. Wir haben zu dieser Saison einen deutlich breiter aufgestellten Kader zusammengestellt, einen neuen sehr guten Torwarttrainer gewinnen können und auch eine Athletiktrainerin neu dazubekommen. Die physiotherapeutische Betreuung wurde verbessert und mit dem Kunstrasen – Mittelplatz haben wir seit 15 Monaten noch bessere Trainingsmöglichkeiten. Zudem investieren wir seit dieser Saison deutlich mehr Geld in die 1. Mannschaft. Natürlich schlägt sich nicht jeder Euro oder Maßnahme immer 1:1 in Punkte um, das wäre auch zu einfach, Fußball ist kein Mathematik.

P.E. Mit Vanessa Zilligen hat der Verein ja nun wieder eine „Stammnationalspielerin“ im Jugendbereich. Das ist natürlich auch eine Auszeichnung der Nachwuchsarbeit im Verein. Nur, wie kann ein solches Talent längerfristig gehalten werden?

Das ist einfach, dafür müssten wir mit den Frauen 2. Bundesliga spielen, tun wir aber noch nicht. Von daher muss man damit Leben das wir aktuell auch viel für andere Vereine ausbilden. Die Vereine die unter uns stehen, müssen ja auch damit leben, dass deren Spielerinnen zu uns wechseln.

Letzte Saison ist Luisa Palmen zum 1.FFC Frankfurt gegangen, nun ist sie Stammtorhüterin beim DFB. Mit Kira Blum ist eine Spielerin ins Potsdamer Sportinternat gewechselt. Das ist halt so und wir halten auch niemanden auf. Aber klar ist auch, dass es die Spielerinnen bei uns schon verdammt gut haben was die fußballerische Ausbildung angeht, so sind wir der einzige Verein von 30 B – Juniorinnen – Bundesligisten der einen Fußballlehrer in der U17 als Cheftrainer hat.

P.E.: Zum außersportlichen Geschehen. Es scheint, als ob es in der Führungsetage wieder ein kräftiges Stühlerücken geben wird. Worauf werden nun hier die Hauptaugenmerke gesetzt?

Die Qualität ist gut, die Breite aber manchmal nicht ausreichend. Wir wollen die Arbeit also in der nächsten Periode auf mehreren Schultern verteilen und Aufgabenbereiche neu gliedern. Aktuell mache ich die sportliche Leitung, die Sportverwaltung, kümmere mich um den Spielbetrieb und die Jugend. So eine Aufteilung macht wenig Sinn, da wollen wir Dinge ändern.

Zudem wollen wir regionaler werden. Michael Saal kommt auch Heiligenroth, Hartmut Völcker aus der näheren Umgebung und ich aus Bendorf. Wir wollen also mehr Köpfe die nicht so weit fahren müssen und auch mehr Bezug haben zur Stadt Bad Neuenahr. Das ist ein großes Manko aktuell!

P.E.: Es gibt ja seit längerem eine Zusammenarbeit mit dem Ahrweiler BC. Wie hat sich diese in der letzten Zeit entwickelt?

Sehr gut, mit Samir Handanagic teilen wir uns ja nun schon einen Trainer (lacht)! Also im Ernst, ich glaube wir arbeiten mit den Kollegen aus Ahrweiler besser zusammen als in manchen Vereinen die Abteilungen untereinander. Und wir haben viele gemeinsame Interessen. Als Beispiel sei hier die bevorstehende Landesgartenschau genannt, bei der ja eventuell die Trainingsfläche im Apollinarisstadion wegfallen soll, da kämpfen wir Seite an Seite um eine Kompensation, damit der guten Entwicklung beider Vereine auch infrastrukturell keine Steine im Weg liegen.

P.E.: Zum Schluss hätte ich gerne noch eine Prognose von Dir. 2022 findet in Bad Neuenahr die Landesgartenschau statt. Dann auch mit Zweitligafussball der Frauen?

Definitiv. Dann hat sich die ganze Arbeit seit der Vereinsneugründung vor vier Jahren auch gelohnt. Dann werden Michael, Hartmut und ich (das aktuelle Präsidium) schön Kaffee trinken auf der Tribüne und gucken mal was unsere Nachfolger so machen.

Danke für das, wie immer offene und informative Gespräch