März 03 2018

Wilde 13 schafft die Sensation – 2:1 gegen den FSV Gütersloh 2009

Als Schiedsrichterin Hannah Riederer eine spannende Partie nach 83 Minuten abpfiff rieben sich nicht nur die Fans des SC 13 Bad Neuenahr, sondern wahrscheinlich auch der komplette Rest der Juniorinnen Bundesliga West/Südwest verwundert die Augen. Laut jubelnd lagen sich die Spielerinnen des Kurstadt Clubs in den Armen und feierten somit die zuvor vollbrachte Sensation. Man hatte den haushohen Favoriten aus Westfalen nicht nur den Sprung an die Tabellenspitze verwehrt und selbst die Abstiegsränge verlassen, sondern auch einen nie erwarteten und verdienten 2:1 Sieg errungen. Celine Dickopf und die eingewechselte Stella Genrich belohnten ihre Teamkameradinnen mit ihren Toren für ein Spiel, in dem sich jede einzelne Akteurin die Note Eins verdient hatte. Der zwischenzeitliche Ausgleich von Celina Baum war dann auch nicht weiter störend.

Dabei hatte es noch am frühen Vormittag nach einer Spielabsage ausgesehen. Das Kunstrasengeläuf im Apollinarisstadion war schneeüberdeckt, so dass die Entscheidung beim Team der Unparteiischen lag, ob gespielt werden würde. Es wurde und wie. Natürlich kamen die anfänglichen Platzverhältnisse den Gastgeberinnen entgegen, doch dies auszunutzen muss auch erst einmal bewerkstelligt werden. So wie nach 10 Minuten Celine Dickopf, die plötzlich mutterseelenalleine auf FSV Keeperin Isabell Mischke zulief und die Kugel an ihr zur frühen Führung vorbeispitzelte. Nicht nur von diesem Zeitpunkt an zeigte die wilde 13 eine völlig veränderte Körpersprache. Jeden Zweikampf annehmend, jedem Ball hinterherjagend verdiente sich das Team von Trainer Jens Bäumer mittlerweile die Führung. Die einzige Stärke der Gäste an diesem Tag führte dann nach einer halben Stunde zum Ausgleich – Standartsituationen. Nach einem Eckball kam Celina Baum völlig frei zum Schuss und konnte somit ausgleichen. Es schien also der erwartete Verlauf einzutreten, doch nun kamen die Qualitäten der Bäumer Elf erst richtig zum Tragen. Immer mehr drückte der pure Wille der SC 13 Girls dem Spiel seinen Stempel auf. Auch als der Platz nach dem Wechsel einwandfrei bespielbar war, gelang es Güterloh nicht, die spielerische Überlegenheit durchzusetzen. Einzig ein Heber von Celina Baum sorgte für Sorgenfalten auf der Stirn der SC 13 Anhänger. Die gefährlicheren Szenen lagen eher in den Konterversuchen der Gastgeberinnen. Nicht genug damit, denn Bäumer bewies ein glückliches Händchen bei den Wechseln. Drei Minuten vor dem Ende war es Stella Genrich, erst 20 Minuten auf dem Platz, mit dem entscheidenden Punch. Sie setzte sich energisch auf der halblinke Seite durch und überwand Mischke zum 2:1 Endstand. Quasi im Gegenzug verhinderte ein Wahnsinnsreflex von Anna Maria Treis den erneuten Gütersloher Ausgleich. Was dann folgte war Erleichterung, Ungläubigkeit und Jubel pur. Jens Bäumer blieb wohl als Einziger völlig cool und meinte: „Die Mannschaft hat endlich gemerkt was sie kann. Ein verdienter, wenn auch so nicht erwarteter Sieg. Doch es ist noch ein langer Weg, um unser Ziel zu erreichen.“

Recht hat er, denn bereits am kommenden Samstag gastiert mit dem FC Speyer ein direkter Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt im Apollinarisstadion. Das Hinspiel endete mit 0:4, was alles über die Stärke des Gegners sagt.

SC 13: Anna Maria Treis; Carolin Dillenburg, Anna Gante (78. Lisa Neuschwander), Hanna Schäfers, Celine Dickopf, Laura Barber, Katharina Pohs 70. Lisa Weise), Paula Gau, Rebecca Schumann, Lena Braun (63. Stella Genrich), Annika Neil

Tore; 1:0 Celine Dickopf (10.), 1:1 Celina Baum (30.), 2:1 Stella Genrich (78.)

SR: Hannah Riederer mit ihren Assistentinnen Michelle Sulewski und Franziska Hilger

ZS: 60