Januar 02 2021

GROSSE KLAPPE VIEL DAHINTER

Amelie Schulte – Eine die weiß, was sie will

„An unserem Westerwälder Dickkopf kommt so schnell keiner vorbei“, meinte der zum Jahresbeginn 2020 leider viel zu früh verstorbene Stadionsprecher Peter Eckhardt noch in der Hinserie der letzten Saison über Amelie Schulte, der Linksverteidigerin des Regionalligisten SC 13 Bad Neuenahr.

Damit lag die unvergessene Stimme des „Apos“ goldrichtig. Es ist kein 90minütige Vergnügen gegen die 19-jährige Studentin spielen zu müssen. Einsatzwille, starkes Zweikampfverhalten und keinen Ball verloren geben -allgemeinhin auch die deutschen Tugenden genannt- zeichnet die Defensivspielerin des SC 13 aus. Doch Schulte, die bereits seit 2014 für den SC 13 aufläuft und aktuell ihre vierte Spielzeit bei den Seniorinnen absolviert, kann und will auch manchmal anders: „Ich spiele tatsächlich auch sehr gerne auf dem linken Flügel. Klar, liebe ich es hinten zu spielen, aber ab und zu gefallen mir auch Ausflüge nach vorne sehr gut.“ „Amelie ist immer für eine Überraschung gut“, weiß ihre Trainerin Anne-Kathrine Kremer ihren Schützling einzuschätzen. Spätestens bei der Trainingsbeobachtung, wenn die smarte Blondine den Ball verschmolzen zu einer eleganten Bewegung an- und mitnimmt und eine gleichermaßen präzise wie scharfe Flanke in den Strafraum schlägt, weiß man auch warum der Linksfuß so manchen Ausflug in die Offensive voller Überzeugung startet.

An Selbstbewusstsein mangelt es der Fußballerin aus dem Westerwald, die ihre ersten Schritte auf dem Platz des SV Roßbach machte, eh nicht. Sie ist direkt, manchmal zu (vor)laut, hält sich mit ihrer Meinung  nicht zurück und ist immer für einen Spruch gut. Das sind alles Eigenschaften, die nicht bei allen ihrer Mitmenschen auf Zuspruch stoßen. Doch beim SC 13 schätzt man die Eigenschaften von Amelie Schulte, einer jungen und selbstbewussten Frau, die genau weiß, was sie will und kann.

„Neben dem Platz hat sie immer ein offenes Ohr und ist immer für einen da. Mit ihr kann man sehr viel lachen, aber auch bei ernsten Themen findet sie die richtigen Worte“, so Teamkollegin Celina Mäder.  Und auch Offensivspielerin Leonie Riedewald, die Schulte bereits seit fünf Jahren kennt, weiß die Qualitäten ihrer Mitspielerin zu schätzen: „Amelie ist jemand der immer einen Spruch auf den Lippen hat, die standhaft am Glas ist und mit der man echt gut lachen kann.“

Wenn Corona beim SC 13 überhaupt für etwas gut war, dann war dies der Verbleib von Schulte, die wegen der Pandemie ein USA-Stipendium absagte. „Disziplin, fortwährender Erfolgsdurst, gleichzeitig aber auch Bodenständigkeit sind für mich vorbildliche Eigenschaften“, sagt Schulte, für die einzig ihre Familie und Partnerin Lena noch wichtiger sind als “ihr“ Team. Sie blickt optimistisch und ehrgeizig in eine sportliche Zukunft. „Der SC 13 ist für mich wie eine große Familie und ich fühle mich dort total wohl. Ich bin auch definitiv davon überzeugt, dass wir mittelfristig den Aufstieg schaffen.“  Beim SC 13, bei dem jeder Verantwortlicher zu schätzen weiß, welchen hohen Stellenwert Amelie Schulte auf und neben dem Platz besitzt, wird man den positiven Ausblick in die Zukunft mit Wohlgefallen registrieren.