März 17 2019

Die Leiden der Jacqui Dünker – SC 13 lässt zwei Auswärtspunkte liegen

Das späte Ausgleichstor zwei Minuten vor dem Ende hatte SC 13 Cheftrainerin Jacqui Dünker nach dem 1:1 beim 1. FC Saarbrücken II gründlich die Laune verhagelt. Die folgende vergebene Großchance des SC 13, bei dem sich die beiden Offensivkräfte nicht einig werden konnten, lieferten dann eine recht energische Ansprache im Mannschaftskreis direkt nach der Partie. Indirekt ärgerte sich Dünker allerdings auch über die Annullierung des Spiels gegen Wormatia Worms, welches vor einer Woche beim Stand von 5:1 nach 77 Minuten abgebrochen wurde und somit ein weiteres „Opfer“ des Sturmtiefs Eberhard darstellt. Die aus beiden Spielen unnötig (noch) verpassten fünf Punkte hätten den SC 13 auf Rang Fünf der Tabelle gespült, was ein tolles Resultat der bisherigen Rückrunde ausgedrückt hätte. Dünker kann sich aber gewiss sein, dass es einen Kreis von Personen gibt, die sich noch viel mehr über das Geschehen ärgern, als sie selber – ihre Schützlinge, die im allgemeinen als sehr selbstkritisch gelten.

Ohne Feride Bakir, Carolin Dillenburg, Pia Jansen oder Angelina Weber und Amelie Schulte, stellte sich die Startelf in Saarbrücken quasi von selber auf. Dennoch begannen die Kurstädterinnen mit viel Elan und gingen bereits nach sechs Minuten in Font. Eine schöne Kombination gelangte über Magdalena Lang zu der durchstartenden Paula Gau, die Patricia Chladekova im Tor des FCS keine Chance ließ und ins lange Eck traf. Auch in der Folge agierten die Gäste taktisch ausgezeichnet und ließen wenig zu. Erst nach 24 Minuten sorgte eine Standardsituation der Saarländerinnen für größere Gefahr, als erst Rebecca Schumann auf der Linie klärte und Marie Wenzl den Nachschuss per glänzender Fußabwehr entschärfte. Der SC 13 hingegen war immer durch ein gutes Aufbauspiel gefährlich, konnte aber Chladekova nicht ernsthaft gefährden. Der zweite Durchgang brachte dann zunächst etwas druckvollere Gastgeberinnen hervor, die an der immer wieder an der gut organisierten Deckung des Kurstadt Clubs scheiterten. Bereits hier kündigte sich aber das drohende Unheil an, denn die Ballbesitzphasen der in Rot agierenden Gäste von der Ahr, wurden zu leichtfertig  wieder hergegeben. Saarbrücken hingegen versuchte es immer wieder mit langen Bällen in die Spitze, blieb dabei aber zu harmlos. Bis eben zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit, einer stets fairen Partie. Ein Diagonalpass auf die rechte Angriffsseite konnten nur mit einem Foul gestoppt werden. Den fälligen Freistoß aus halbrechter Position brachte Ronja Karbach mit dem linken Fuß vor das Tor. An Freund und Feind vorbei fand die Kugel den Weg ins Netz des SC 13, was wiederum für großen Jubel auf Seiten des Saarbrücker Reserve sorgte, die jeden Punkt im Kampf um den Abstieg braucht. Fehlende Kommunikation auf dem Platz vereitelte dann den möglichen erneuten Führungstreffer für die Kurstädterinnen. Anstatt energisch auf Chladekova zu marschieren, kam es zur berühmten fußballspezifischen Situation „nimm du ihn, ich hab ihn schon“. Heraus sprang ein Schrägschuss,  den die tschechische Torhüterin problemlos entschärfen konnte.  „Genau solche Aktionen haben wir verstärkt trainiert. Doch was nutzt es, wenn nur unsere Torhüterin auf dem Platz zu hören ist. Da fehlt es noch an der Abgebrühtheit. Aber nächste Woche im Derby gegen Montabaur gibt es wieder 90 Minuten, in denen wir es besser machen können und auch werden,“ ließ eine sichtlich angesäuerte Jacqui Dünker Dampf ab. Wer sie genauer kennt, weiß aber auch, dass der Ärger sich blitzschnell in neue Energie umwandelt. Außerdem ist es ihrer Mannschaft bislang immer gelungen, sich für verkorkste Hinspiele gebührend zu revanchieren. Das Hinspiel gegen den Westerwaldrivalen endete 0:3 aus Sicht des SC 13.

SC 13: Marie Wenzl; Johanna Kuhn, Rebecca Schumann, Stefanie Lotzien, Sarah Goffin, Anna Lena Stein, Paula Gau (69. Lisa Weise), Magdalena Lang, Marie Schäfer, Celina Mäder, Liane Folkenstern

Tore: 1:0 Paula Gau (6.), 1:1 Ronja Karnbach (88.)

Z: 30

SR: Jerome Maurer mit seinen Assistenten Joshua Denne und Joshua Schwindling